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Atomium: ein außergewöhnlicher und beliebter Fotospot in Brüssel

Mein Wochenende in Brüssel endete mit gemischten Gefühlen. Als Rollstuhlfahrer musste ich leider mit ein paar Schwierigkeiten klarkommen und auch darüber hinaus ist mir ein großer Kritikpunkt aufgefallen. Dennoch hat die belgische Hauptstadt natürlich auch einige schöne Seiten. Was ist sehenswert und was hat mich eher gestört? All das erfahrt ihr in diesem Artikel, basierend auf meiner persönlichen und ehrlichen Meinung.

Grand-Place (Grote Markt)

Grand-Place ist das Zentrum der Stadt und zählt mit zu den schönsten Plätzen der Welt. Hier befindet sich das Rathaus, das Brüsseler Stadtmuseum (Maison du Roi) und andere prachtvolle Gebäude direkt nebeneinander. Wenn man also nur ganz kurz in Brüssel ist, sollte man diesen Ort unbedingt als ersten besuchen, denn hier kann man wirklich einige Stunden verbringen. Abends wird der Platz übrigens beleuchtet und bekommt somit noch mal ein ganz anderes Bild. Viele Menschen kommen dann hierhin, um sich einfach auf den Boden zu setzen und die Atmosphäre entspannt zu genießen.

Brüsseler Rathaus im Herzen des historischen Stadtzentrums

Grand-Place ist umgeben mit architektonischen Meisterwerken

Weitere Highlights in Brüssel

Unweit von Grand-Place findet man ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, die Brunnenfigur Manneken Pis (niederländisch für „pissendes Männlein“). Auch wenn die Statue rein äußerlich nicht besonders auffällig ist, ist sie natürlich DAS Symbol nicht nur von Brüssel, sondern von ganz Belgien. Fans von Edelboutiquen, Restaurants und Cafés kommen dagegen in der Galeries Royales Saint-Hubert auf ihre Kosten. Diese überdachte Galerie kann zwar meiner Meinung nach nicht mit der Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand (mehr über Mailand findet ihr hier) mithalten, sie ist jedoch ebenfalls ein perfekter Ort für einen gemütlichen Schaufensterbummel. Hier habe ich übrigens auch die berühmten belgischen Waffeln probiert. Sie werden grundsätzlich immer in zwei unterschiedlichen Varianten und mit unzähligen, teilweise sehr verrückten Soßen und Belägen angeboten. Und ja, tatsächlich war die Waffel sehr sehr lecker!

Natürlich gibt es aber auch etwas außerhalb des Stadtzentrums viele schöne Orte zu entdecken. Es gibt mehrere Kirchen und tolle Parks, wobei der königliche Park dabei noch mal extra erwähnt werden muss. Leider konnte ich wegen einer Absperrung nicht mal in die Nähe des Königlichen Palasts kommen. Es ist aber definitiv eine der größten Sehenswürdigkeiten in Brüssel, vor allem in der Zeit ab dem Nationalfeiertag am 21. Juli, wenn der Palais Royal einen Monat lang für jeden Besucher geöffnet ist. Ein weiteres Wahrzeichen von Brüssel, welches man auf so gut wie jeder Postkarte findet, ist das Atomium (siehe Foto oben). Die neun glänzenden Kugeln symbolisieren die friedliche Nutzung der Kernenergie und über einen Aufzug kann man dort beispielsweise zu einem Panorama-Restaurant aufsteigen. Da ich selbst nicht im Inneren des Atomiums war, kann ich nicht beurteilen, ob sich der Eintritt wirklich lohnt und ob es komplett barrierefrei ist. Von außen sollte man es jedoch auf jeden Fall mal sehen und auch ein Foto davon sollte in eurem Reisealbum nicht fehlen.

Notre-Dame du Sablon

Justizpalast: so imposant sieht nicht jedes Gericht aus

Kathedrale St. Michael und St. Gudula

Negatives über Brüssel

Da ihr nun wisst was mir in Brüssel besonders gut gefallen hat und was euch bei eurem Städtetrip möglicherweise erwartet, möchte ich hier auch die negativen Aspekte nicht verschweigen. Ich finde zu einem ehrlichen Blogartikel gehört so etwas ebenfalls dazu, wobei alles natürlich lediglich auf meinen persönlichen Erfahrungen und Empfindungen beruht.

Als erstes muss ich dabei auf die Obdachlosensituation in der Stadt eingehen. Mir ist natürlich bewusst, dass obdachlose Menschen in einer Großstadt leider zur „Normalität“ geworden sind, aber wenn man sieht, wie ganze Familien mit kleinen Kindern in Kartons neben teuren Geschäften schlafen… das ist schon ein sehr trauriges Bild welches man in Brüssel nicht selten sieht. Ich kann zwar nicht einschätzen, ob diese Menschen aus eigener Entscheidung so leben oder ob sie einfach keine große Wahl haben. Für die unschuldigen Kinder wird es jedoch ganz schwer, aus so einer Situation wieder rauszukommen.

Ein anderer großer Kritikpunkt ist leider die Barrierefreiheit. Lokale und Läden begrüßen Rollstuhlfahrer oftmals mit einer unnötigen Stufe und Rampen findet man fast ausschließlich in den wichtigsten staatlichen Gebäuden wie dem Rathaus oder Gericht. Dazu nerviges Kopfsteinpflaster nicht nur in der Innenstadt, sondern auch auf vielen einfachen Bürgersteigen (ich habe noch keine europäische Stadt mit so viel Kopfsteinpflaster gesehen). Die Krönung waren jedoch die abgesenkten Bordsteine, denn diese hatte man bei vielen Übergängen einfach vergessen. Das überqueren von Straßen war also immer ein Glücksspiel, manchmal kommst du an gewünschter Stelle wieder runter und manchmal darfst du einen Umweg suchen oder sogar ganz zurückkehren.

Die Erkundung von Brüssel war also durchaus anstrengend, doch ich hatte auch trotz dieser Schwierigkeiten meinen Spaß und bereue nichts. Ich werde sicher auch noch an Orten sein, die deutlich problematischer sind und werde solche Herausforderungen weiterhin annehmen. Brüssel wäre allerdings noch viel schöner, wenn man diese Kritikpunkte beseitigen könnte!

La Pharmacie Anglaise: beliebte Cocktailbar in Brüssel

Tolle Orte, oftmals umgeben mit nervigem Kopfsteinpflaster

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